Anfang Dezember hat die Kommission des Kultusministerium zur Lehrkräftearbeitszeit ihre Arbeit aufgenommen. Das Gremium besteht aus zwölf Mitgliedern, von denen niemand für ein Ministerium arbeitet, sondern die aus der schulischen Praxis, der Wissenschaft oder den Spitzenorganisationen der Gewerkschaften und Berufsverbände kommen.

Ministerin Frauke Heiligenstadt beschreibt den Arbeitsauftrag wie folgt: "Das Expertengremium hat den Auftrag, die arbeitszeitrelevanten Tätigkeiten von Lehrkräften und Schulleitungen zu ermitteln und nach objektiven Kriterien zu bewerten. Ziel ist es, darauf aufbauend ein transparentes Standardverfahren zu entwickeln, mit dem in regelmäßigen Abständen die arbeitszeitlichen Regelungen für Lehrkräfte und ihre Wirkungen überprüft werden können. Hierzu soll das Gremium Empfehlungen erarbeiten. Die Expertinnen und Experten werten vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien zur Arbeitszeit von Lehrkräften und Schulleitungen aus. Bei Bedarf kann das Gremium darüber hinaus auch zusätzliche Untersuchungen in Auftrag geben, um eventuell bestehende Datenlücken zu schließen bzw. offene Fragen zu beantworten."

Das Gremium wird voraussichtlich ihre Empfehlungen im ersten Halbjahr 2018 – also nach der Landtagswahl – vorlegen. Die GEW wird das Thema Arbeitszeit und Arbeitsbelastung dennoch in den Wahlkampf einbringen. Der Landesvorstand hat dabei die wichtigsten Forderungen für eine Änderung der Arbeitszeitverordnung beschlossen:

  • Wiedereinführung der Anrechnungsstunden für besondere unterrichtliche Belastungen und deutliche Erhöhung der Anrechnungsstunden für besondere Belastungen
  • Einführung von Ermäßigungsstunden für Teilzeit-Lehrkräfte zum Ausgleich der vollen Wahrnehmung der nicht teilbaren Aufgaben
  • Schnelle Wiedereinführung der Altersermäßigung
  • Absenkung der Regelstundenzahl in allen Schulformen.

 Es werden dicke Bretter zu bohren und auch Abwehrkämpfe zu führen sein: Fächerfaktorisierung und Zurechnungszeiten für Tätigkeiten außerhalb des Unterrichts sind mit der GEW nicht zu machen. Die GEW und die Lehrkräfte vor Ort werden bis mobilisierungsfähig und aktiv sein müssen, um endlich wieder eine Verbesserung der Arbeitszeitverordnung erreichen zu können.