Teilzeitkräfte an Grundschulen

Die Arbeitszeitstudie hat auch die Pro-Kopf-Arbeitszeit getrennt nach Teilzeit- und Vollzeitkräften untersucht. Teilzeitkräfte haben eine wöchentliche Sollarbeitszeit von 31:52 Stunden. In der Realität liegt sie jedoch mit 33:52 Wochenstunden deutlich darüber, in der Spitze bei 35,5 Stunden.

Teilzeitkräfte wenden deutlich mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts auf als Vollzeitkräfte. Die Teilzeitkräfte zeigen, wie groß der Zeitaufwand ist, wenn hohe professionelle Qualitätsansprüche an die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern erfüllt werden. Die nicht-teilbaren Auf-
gaben (z.B. Klassenleitung, Teilnahme an Konferenzen, Mitarbeit in Gremien der Schule), die die Teilzeitkräfte wie die Vollzeitkräfte leisten, führen ebenfalls zu der überproportional hohen Arbeitszeit. Eine Änderung der Arbeitszeitverordnung Schule muss der tatsächlichen Arbeitsbelastung der Teilzeitkräfte gerecht werden.

Vollzeitkräfte arbeiten in den Schulzeitwochen im Jahresverlauf von 42 bis mehr als 46 Stunden. Im Gesamtjahr liegen sie knapp über der verlangten Arbeitszeit, weil die geringere Arbeitszeit in den Ferien den Schnitt senkt. Dennoch arbeiten sie am Limit, da die regelmäßige Arbeit in den kleinen Ferien keine ausreichende Erholung zulässt. Ihnen fehlt Zeit und Kraft für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts. Vollzeitkräften müssen angemessene Vor- und Nachbereitungszeiten ermöglicht werden. Eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung in der Arbeitszeitverordnung ist das richtige Mittel.