Der reine Unterricht macht an Gesamtschulen mit 14:38 Stunden 31,3 Prozent der Arbeitszeit aus, mit Aufsichten und Vertretung 15:29 Stunden bzw. 33 Prozent.

Insbesondere im Vergleich mit anderen Schulformen zeigt die Tätigkeitsverteilung interessante Befunde. Der größte Unterschied liegt in den Zeiten für Korrektur (Gesamtschule 4:33, Gymnasium 6:45 Wochenstunden) und Abschlussprüfungen (Gesamtschule 00:51, Gymnasium 1:41 Wochenstunden).

Die individuelle Vor- und Nachbereitung des Unterrichts beträgt bei Gesamtschulen 9:02 Wochenstunden, an Grundschulen 9:50, an Gymnasien 10:50. An Gesamtschulen spielt die gemeinsame Planung und Auswertung des Unterrichts in Jahrgangs- bzw. Fachkoordinierungen eine große Rolle. Deshalb müssen die Zeiten für Konferenzen und Sitzungen (Gesamtschulen 2:03, Gymnasien 1:15 Wochenstunden) zur Vorbereitungszeit hinzugezogen werden. Viel Zeit wird an Gesamtschulen für pädagogische Kommunikation benötigt: 3:06 Wochenstunden, an Grundschulen 3:41, an Gymnasien 2:09. In den übrigen Tätigkeitsfeldern liegen die repräsentativ ausgewerteten Schulformen dicht beieinander.

Die Koordinierungssitzungen gehören zum pädagogischen Konzept der Gesamtschulen. Sie wirken der Individualisierung entgegen, fördern ein gemeinsames Verständnis von Unterricht und Schule und können helfen, die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts durch Arbeitsteilung rationeller zu gestalten. Im Rahmen des Ganztagsbetriebs führen die Koordinierungszeiten auch zu mehr Springstunden und längerer Anwesenheit in der Schule. Die Inklusion erfordert zusätzliche Koordinierungszeiten.

Gründe genug, in der Arbeitszeitverordnung die gesamtschulspezifischen Arbeitsweisen zu berücksichtigen.