Zu geringe Beteiligung: Nur Pilotergebnisse für Förderschulen möglich

Das Ergebnis der Arbeitszeitstudie für Förderschulen ist nicht repräsentativ. Es haben deutlich zu wenig Schulen teilgenommen. Ein Grund dafür mag sein, dass die spezielle Situation der Förderschulen bzw. der FörderschullehrerInnen nicht zu dem Studiendesign, das von der Universität Göttingen gemeinsam mit der GEW entwickelt wurde, passte. So viel Selbstkritik muss an dieser Stelle sein. Jedenfalls haben die Ergebnisse Pilotcharakter und können maximal Hinweise auf Probleme geben. Definitive Aussagen sind nicht möglich.

Schaut man auf die erhobene Arbeitszeit, so mag man sich auf den ersten Blick wundern: Im Jahresschnitt gibt es eine Lücke zu der 40-Stunden-Woche von Vollzeitbeamten von 1:51 Stunden pro Unterrichtswoche. Der Durchschnitt wird mit Hilfe des statistischen Konstrukts „Vollzeitlehreräquivalent“ berechnet, in dem Vollzeitlehrkräfte und Teilzeitlehrkräfte zusammengefasst werden. Die Betrachtung des Jahresverlaufs (siehe Seite 2) zeigt, dass die 40-Stunde-Woche während der Unterrichtszeit eingehalten und regelmäßig übertroffen wird. In den Ferienwochen wird kontinuierlich, aber weniger gearbeitet, wodurch der Jahresschnitt gesenkt wird.

Teilzeitlehrkräfte an Förderschulen erreichen fast eine Punktlandung. Ihre wöchentliche Soll-Arbeitszeit beträgt 30:29 Stunden. In der Realität liegen sie zehn Minuten darunter. Diese vergleichsweise größere Belastung von Teilzeitkräften ist auch an den Schulformen mit repräsentativen Ergebnissen (Grundschule, Gymnasium, Gesamtschule) deutlich erkennbar, teilweise mit einer vergleichbaren Mehrarbeit von über vier Stunden. An diese strukturelle Benachteiligung von Teilzeitkräften und an die Frage, wie die nicht-teilbare Arbeit (Klassenleitung, Konferenzen, Gremienarbeit) in den Rechtsvorschriften abgebildet werden muss, müssen wir ran.

Es wird auch ersichtlich, unter welch hoher Belastung an den Schulen gearbeitet wird. 54 Prozent der Lehrkräfte an den repräsentativen Schulformen gaben an, trotz Krankheit im letzten Jahr gearbeitet zu haben; häufig nicht (nur) zu Hause beim Korrigieren, sondern auch in der Schule. Zwischen 14 und 19 Prozent arbeiten im Jahresschnitt während der Unterrichtszeit mehr als die arbeitsrechtlich erlaubten 48 Stunden. Dies ist ein klarer Handlungsauftrag für den Arbeitgeber, der nicht nur für die repräsentativen Schulformen der Studie, sondern für alle gelten muss. Für die Förderschullehrkräfte gilt darüber hinaus, dass die Aufgabe der Inklusion mit den notwendigen Kooperationszeiten bisher noch nicht in der Arbeitszeitverordnung berücksichtigt ist.