Teilzeitlehrkräfte mit stärkerer Belastung

Das Ergebnis der Arbeitszeitstudie für Berufsbildenden Schulen ist nicht repräsentativ. Es haben deutlich zu wenige Kollegien teilgenommen; die beteiligten KollegInnen wussten davon von Beginn an und haben trotzdem mitgemacht. Damit haben die Ergebnisse Pilotcharakter und können maximal Hinweise auf Probleme geben. Definitive Aussagen sind nicht möglich.

Schaut man auf die erhobene Arbeitszeit, so mag man sich auf den ersten Blick wundern: Im Jahresschnitt gibt es eine Lücke zu der 40-Stunden-Woche von Vollzeitbeamten von 1:08 Stunden pro Unterrichtswoche. Der Durchschnitt wird mit Hilfe des statistischen Konstrukts „Vollzeitlehreräquivalent“ berechnet, in dem Vollzeitlehrkräfte und Teilzeitlehrkräfte zusammengefasst werden. Die Betrachtung des Jahresverlaufs (siehe Seite 2) zeigt, dass die 40-Stunde-Woche in der Realität eingehalten und vielfach übertroffen wird: während der Unterrichtswochen ist Mehrarbeit eher der Regelfall als die Ausnahme. In den Ferienwochen wird auch gearbeitet – und zwar durchweg, allerdings weniger, wodurch der Jahresschnitt gesenkt wird.

Teilzeitlehrkräfte an Berufsbildenden Schulen leisten mehr als die verlangte Arbeitszeit. Ihre wöchentliche Soll-Arbeitszeit beträgt 32:02 Stunden. In der Realität liegen sie 1:52 Stunden darüber. Die größere Belastung von Teilzeitkräften ist auch an den Schulformen mit repräsentativen Ergebnissen (Grundschule, Gymnasium, Gesamtschule) deutlich erkennbar, teilweise mit einer vergleichbaren Mehrarbeit von über vier Stunden. An diese strukturelle Benachteiligung von Teilzeitkräften und an die Frage, wie die nicht-teilbare Arbeit (Klassenleitung, Konferenzen, Gremienarbeit) in den Rechtsvorschriften abgebildet werden muss, müssen wir ran.

Es wird auch ersichtlich, unter welch hoher Belastung an den Schulen gearbeitet wird. 54 Prozent der Lehrkräfte an den repräsentativen Schulformen gaben an, trotz Krankheit im letzten Jahr gearbeitet zu haben; häufig nicht (nur) zu Hause beim Korrigieren, sondern auch in der Schule. Zwischen 14 und 19 Prozent arbeiten im Jahresschnitt während der Unterrichtszeit mehr als die arbeitsrechtlich erlaubten 48 Stunden. Dies ist ein klarer Handlungsauftrag für den Arbeitgeber, der nicht nur für unsere repräsentativen Schulformen, sondern für alle gelten muss.